Zusammen halten in schwierigen Zeiten

Zusammen halten in schwierigen Zeiten

Bei Regens Wagner in Dillingen entstand durch das Corona-Virus eine Situation, die seit Jahrzehnten nicht vorgekommen ist.

Für die Einrichtung einer Quarantäne-Station im ersten Obergeschoß des Schwesternbaus mussten vier Schwestern aus ihrem gewohnten und geschätzten Zuhause umziehen. Die Schwestern mussten alle ihre persönlichen Dinge inklusive aller Bilder zusammen packen und umziehen. Solche Veränderung sind für die Schwestern – alle über 70 Jahre alt – nicht einfach. Aber die Notwendigkeit dieser Maßnahme zum Schutz unserer Bewohner war schnell für alle Beteiligten klar. Und mit tatkräftiger Unterstützung von Mitschwestern und Hausmeistern war die Umzugsaktion noch bis Gründonnerstag geschafft. Oberin Sr. M. Judith Harrer berichtet, dass so alle Schwestern die Kartage und Ostern ganz neu erleben konnten. „Wir haben verstanden was es heißt, das Grab ist leer – Jesus ist auferstanden!“ Wie schon zu Zeiten, als die Schwesternschaft noch aktiv bei der Betreuung der Menschen mit Behinderung bei Regens Wagner beteiligt war und sich in den Dienst der Menschen stellte, so waren auch jetzt wieder die Schwestern bereit, für den Schutz der Bewohner eigene Gewohnheiten aufzugeben und sich somit in den Dienst von Anderen zu stellen.

Eine Schwester, die vom Umzug betroffen war, erzählt, dass sie erst etwas wehmütig war. Sie wollte den schönen Ausblick aus ihrem bisherigen Zimmerfenster nicht missen. Doch nach dem Umzug und der ersten Eingewöhnung an die neue Umgebung und die Zimmernachbarinnen ist sie sicher: „Hier passt es jetzt. Es ist eine Fügung Gottes, die ich so nicht erwartet hätte.“ Und im 4. Stock des Schwesternbaus ist der Ausblick sogar noch viel schöner. Weiter oben sieht man viel mehr vom Himmel. Und die bunten Glasfenster des Haupttreppenhauses gegenüber vom Innenhof sind auch viel besser zu sehen. Und die Schwestern wissen gerade jetzt in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen ihre Gemeinschaft sehr zu schätzen. Ein Vorteil, den viele alleinlebende Menschen in dieser Krisenzeit leider missen.

Bei Regens Wagner Dillingen werden etwa 350 Menschen unterschiedlichen Alters stationär in Wohngruppen begleitet. Neben vieler Sicherheitsvorkehrungen, Hygienemaßnahmen und der Wahrung von Abstand, tragen alle Mitarbeiter in den Wohnbereichen Mund-Nasen-Schutzmasken, um die Bewohner zu schützen. Diese werden in der Einrichtung selbst genäht. Das Verständnis der Bewohnerschaft für diese Maßnahmen ist sehr unterschiedlich, was das Bewältigen solcher Krisensituationen wie der Aktuellen, nicht ganz einfach macht.

Für den Fall, dass es zu einer Infektion mit COVID-19 kommen sollte, sind zwei Quarantäne-Bereiche eingerichtet. Um schnell reagieren zu können, gibt es zum einen das Stockwerk im Schwesterngebäude, das für Bewohner gedacht ist, die Kontakt zu einer infizierten Person hatten und deshalb isoliert werden müssen. Für jeden Bewohner gibt es dort ein Einzelzimmer mit Nasszelle. Hier erweist sich die Struktur des Schwesterngebäudes und die Bereitschaft der Schwestern ein Stockwerk zur Verfügung zu stellen als Glücksfall für die Einrichtung.

Zum anderen gibt es eine Quarantäne-Station für Bewohner, die an Corona erkrankt sind. Dafür wurde in der Tagesstätte für Senioren ein Stockwerk eingerichtet.

Bei allem steht die Sicherheit der Bewohner und Mitarbeiter an erster Stelle, betont Gesamtleiter Stefan Leser. Die Quarantäne-Stationen sind nur über Hygieneschleusen zu erreichen. Für die Mitarbeiter auf diesen Stationen steht neben der nötigen medizinischen Schutzkleidung auch eigene Dienstkleidung zur Verfügung. Gleichzeitig muss eine adäquate Versorgung mit Essen, Wäsche und Medikamenten sichergestellt sein. Deshalb wurden in vielen Vorüberlegungen und Diskussionen diese zwei Bereiche geschaffen, die dem gerecht werden.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass alle Bewohner der Einrichtung gesund bleiben und die Quarantäne-Stationen nicht in Anspruch genommen werden müssen.