Inhouse-Schulung: Einführung in die Welt der Menschen mit Hörbehinderung

Inhouse-Schulung: Einführung in die Welt der Menschen mit Hörbehinderung

Was bedeutet HÖREN für uns? Was wäre, wenn Sie plötzlich nicht mehr, oder nur eingeschränkt hören könnten? Mit diesen Einstiegsfragen begann Anfang Juli die erste Inhouse-Schulung, die Uta Baer von der Beratungsstelle für Menschen mit Hörschädigung zusammen mit Ursula Schneider von den Offenen Hilfen der Außenstelle Kempten für 11 Mitarbeiterinnen von Regens Wagner in Augsburg durchführten.

Angeregt tauschten sich die Teilnehmerinnen der Inhouse-Schulung, die im Wohnbereich Augsburg, den Offenen Hilfen Augsburg (ABW + Schulbegleitung) sowie den Offenen Hilfen der Außenstelle Kempten (ABW + Verwaltung) tätig sind, über diese Fragen aus. Die meisten bzw. alle ihrer zu betreuenden Klientinnen und Klienten sind genau von dieser Situation betroffen: sie sind hörgeschädigt oder gehörlos. 

Rund ums Thema Hörschädigung gab Uta Baer den Teilnehmerinnen in ihrem 2-stündigen Vortrag eine ganze Menge an theoretischem Hintergrundwissen. Durch ihre vielfältigen praktischen Beispiele aus den Erfahrungen im Kontakt mit Klientinnen und Klienten in Beratungsgesprächen konnten die Teilnehmerinnen aber auch vielfältige alltägliche Einblicke aus der Welt der Menschen mit Hörbehinderung bei der Schulung sammeln. Auch der praktische Selbstversuch der Teilnehmerinnen – mit Ohrstöpsel und Kopfhörer ausgestattet eine Unterhaltung über die vergangenen Wochenendaktivitäten zu halten – führte die Teilnehmerinnen zu einem größeren Verständnis für die Situation ihrer Klientinnen und Klienten mit Hörbehinderung.

Für die Arbeit mit Menschen mit Hörbehinderung ist neben all dem Wissen und Verständnis rund um das Thema Hörschädigung aber auch ganz wesentlich, mit den betroffenen Personen kommunizieren zu können! Und dafür brauchen die Mitarbeiterinnen, die Menschen mit Hörbehinderung begleiten auch die spezielle Kompetenz sich in Deutscher Gebärdensprache unterhalten zu können.

Deshalb schloss sich bei der Inhouse-Schulung auch ein 3-stündiger DGS-Basis Konversationskurs an. Kerstin Mackevicius von „Allerhand! – Kerstins mobiler Gebärdensprachschule“ vermittelte den Teilnehmerinnen mit viel Engagement und Freude die ersten Gebärden für die Kommunikation in ihrer Sprache. Die Teilnehmerinnen stellten schnell fest, wie stark der visuelle Fokus bei der Gebärdensprache ist und wie wichtig und bedeutsam die jeweilige Fingerstellung ist. Das ist am Anfang ganz schön anstrengend, macht aber auch genau die Gebärdensprache aus.

Am Ende hat sich all die Anstrengung gelohnt, denn jetzt ist es den Mitarbeiterinnen möglich, sich zumindest in einfachen Gebärden mit gehörlosen Klientinnen und Klienten zu unterhalten.

Nach einer erfolgreichen Premiere waren sich alle Beteiligten einig, dass die Veranstaltung künftig regelmäßig angeboten werden soll. 

Text: Ursula Schneider

Fotos: Ursula Schneider + Uta Baer